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BZF Online-Kurs: Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Online, per Zoom oder vor Ort? Woran du einen guten BZF-Kurs erkennst, was er leisten muss und wann ein Präsenz-Lehrgang die bessere Wahl ist.

Von funkraus · 25. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

BZF Online-Kurs: Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Wer mit der Pilotenausbildung anfängt, kommt früh am Sprechfunkzeugnis vorbei. Ohne BZF darfst du nicht in eine Kontrollzone, und viele Flugschulen wollen es sehen, bevor du zum ersten Mal allein losfliegst. Also braucht es einen Kurs. Nur ist die Auswahl ziemlich unübersichtlich: Flugschulen bieten Wochenendlehrgänge an, dazu gibt es Live-Kurse per Zoom und eine ganze Reihe reiner Online-Kurse, die du in deinem eigenen Tempo durcharbeitest.

Dieser Blog hilft dir bei der Entscheidung. Er sagt dir, was ein Kurs leisten muss, worauf du bei Online-Angeboten achten kannst und in welchen Fällen ein Kurs vor Ort tatsächlich die bessere Wahl ist.

Was ein Kurs überhaupt leisten muss

Zuerst lohnt sich ein Blick auf die Prüfung selbst, denn daran muss sich jeder Kurs messen lassen. Die BZF-Prüfung besteht aus zwei Teilen:

  • ListenpunktDer schriftliche Teil hat 100 Multiple-Choice-Fragen aus einem festen, öffentlich einsehbaren Katalog der Bundesnetzagentur. Dafür bekommst du 60 Minuten, und 75 Fragen müssen richtig sein. Das ist weniger streng, als es klingt, aber die 36 Sekunden pro Frage können knapp werden, wenn du bei jeder Antwort erst nachdenken musst.

  • ListenpunktIm praktischen Teil spielst du mit dem Prüfer einen Flug durch: Erstanruf, Rollen, Start, Positionsmeldungen, Anflug, Landung, Abmeldung. Beim BZF II läuft das auf Deutsch, beim BZF I muss ein Teil davon auf Englisch stattfinden.

Ein guter Kurs bereitet dich auf beides vor. Was er nicht abnimmt, ist die Anmeldung: Die läuft direkt über die Bundesnetzagentur, die Gebühr (80 Euro für das BZF II und 95 Euro für das BZF I) kommt zum Kurspreis obendrauf.

Präsenz, Zoom oder Online: die drei Formate

FormatTypischer AufwandDafür sprichtDagegen spricht
Präsenz-Lehrgang2 bis 5 Tage am StückEchtes Gegenüber beim Funken, Fragen direkt an den FluglehrerFeste Termine, Anreise, meist die teuerste Variante
Live-Kurs per Zoomein paar Abende oder TageFeste Struktur, du kannst direkt nachfragenFeste Termine, Mikrofon und Verbindung müssen mitspielen
Online-Kurs im eigenen Tempomeist 4 bis 6 Wochen bei 5 bis 10 Stunden pro WocheDu teilst dir die Zeit selbst ein, kannst beliebig oft wiederholen, meist günstigerDu musst dich selbst hinsetzen, und niemand antwortet dir im Funk

Bei den Preisen gibt es keine feste Regel. Reine Online-Kurse liegen grob zwischen 100 und 500 Euro. Präsenz-Lehrgänge kosten oft deutlich mehr, und dazu kommen Anreise und manchmal eine Übernachtung. Wer nach Feierabend lernt, hat mit einem Online-Kurs meistens weniger Aufwand. Wer lieber mehrere Tage am Stück konzentriert dabei sein will, ist im Lehrgang gut aufgehoben.

Woran du einen guten Online-Kurs erkennst

Hier lohnt sich ein genauer Blick, weil sich die Angebote auf den ersten Blick ähneln.

Der Fragenkatalog ist vollständig und aktuell

Die Bundesnetzagentur aktualisiert den Katalog ab und zu. Ein Kurs sollte deshalb angeben, auf welchem Stand er ist. Steht nirgends, welche Version gemeint ist, frag nach. Du kannst den Katalog auch selbst als PDF von der Seite der Bundesnetzagentur laden und stichprobenartig vergleichen.

Es gibt Erklärungen, nicht nur richtig oder falsch

Fragen einfach auswendig zu lernen funktioniert eine Zeit lang, bricht aber weg, sobald eine Frage etwas anders formuliert ist. Wenn du bei einer falschen Antwort direkt erfährst, warum die richtige stimmt, bleibt deutlich mehr hängen.

Du kannst die Prüfung unter echten Bedingungen üben

Also 100 Fragen, 60 Minuten, 75 richtige Antworten zum Bestehen. Wer einmal in dieser Taktung geübt hat, geht viel ruhiger in den Prüfungsraum.

Du hörst und sprichst Funkverkehr, nicht nur Text

Sprechfunk ist eine Sprache mit festem Rhythmus. Wie „Zwo“ klingt, wie schnell ein Tower spricht, wie eine Freigabe aufgebaut ist: Das lernst du schlecht aus einem Lesetext. Gute Kurse haben Hörbeispiele und lassen dich mitsprechen.

Alles, was es kostet, steht vorher da

Dazu gehört auch, wie lange du Zugriff hast. Ein Jahr ist üblich und reicht den meisten. Achte darauf, ob der Preis für BZF I und BZF II getrennt gilt oder ob beides dabei ist. Beide Prüfungen nutzen denselben Fragenkatalog, daher lohnt sich ein Angebot, das beides abdeckt, oft mehr, als man erwartet.

Es gibt jemanden, den du fragen kannst

Selbst im Selbststudium tauchen Fragen auf, etwa zu einer bestimmten Phraseologie. Ob es eine Mail-Adresse, ein Formular oder eine Fragefunktion gibt, sagt einiges über den Anbieter.

Wann Präsenz oder ein Live-Kurs besser passt

Ein Online-Kurs im eigenen Tempo passt nicht für jeden.

Wenn du dich schwer damit tust, allein zu lernen, hilft ein fester Termin. Ein Wochenendlehrgang zwingt dich, dich hinzusetzen, und am Sonntagabend ist das Thema erledigt. Beim Online-Kurs schiebst du die nächste Lektion dagegen gern noch eine Woche vor dir her.

Auch das Sprechen ist ein Argument. Manche Leute brauchen ein echtes Gegenüber, das zuhört, korrigiert und auf Fehler hinweist. Das kann ein Online-Kurs nur begrenzt leisten. Bei einem Präsenz-Lehrgang oder einem Live-Kurs hörst du außerdem, wie andere sprechen und wo sie sich verhaspeln, was ebenfalls beim Lernen hilft.

Und wenn du deinen Fluglehrer sowieso jede Woche siehst, fragst du dort vielleicht ohnehin nach Funkübungen. Dann kannst du den theoretischen Teil online lernen und den praktischen mit dem Fluglehrer trainieren. Das ist die Kombination, die bei vielen gut funktioniert.

Auf diese Punkte solltest du misstrauisch reagieren

Ein paar Dinge sprechen eher gegen einen Anbieter. Wenn ein Kurs „Bestanden-Garantie“ verspricht, lies das Kleingedruckte genau. Oft steckt dahinter eine Rückerstattung, die an Bedingungen geknüpft ist. Hat der Fragenkatalog im Kurs kein Datum, kann er veraltet sein. Wenn dir kein Preis genannt wird, bevor du ein Formular ausfüllst oder ein Beratungsgespräch buchst, kann es am Ende teurer werden als gedacht.

Auch Erfahrungsberichte in Foren sind eine gute Quelle, aber lies sie mit etwas Abstand. Wer sich geärgert hat, schreibt eher als jemand, bei dem alles glatt lief. Und ein Bericht über einen Kurs von vor zehn Jahren sagt wenig über das Angebot von heute.

Fünf Fragen, die du vor der Buchung klären kannst

  • Auf welchem Stand ist der Fragenkatalog, und wird er aktualisiert?
  • Gibt es eine Prüfungssimulation mit 100 Fragen und 60 Minuten?
  • Kann ich Funkverkehr hören und selbst nachsprechen?
  • Gilt der Preis für BZF I und BZF II, und wie lange habe ich Zugriff?
  • Wen kann ich fragen, wenn ich etwas nicht verstehe?
  • Wenn ein Anbieter alle fünf Fragen klar beantworten kann, ist das schon ein gutes Zeichen.

Und die praktische Prüfung?

Der praktische Teil ist für die meisten der nervigste, obwohl er eigentlich gut planbar ist. Der Ablauf ist immer derselbe, und die Sätze folgen festen Mustern. Was hilft, ist Wiederholung: Funksprüche laut sprechen, am besten mit Aufnahme, und sie anschließend anhören. Wer das ein paar Wochen lang macht, hat den Ablauf im Gefühl.

Ob du dafür einen Kurs vor Ort brauchst oder ob Online plus ein paar Übungsrunden mit Fluglehrer oder Fliegerkollegen reichen, hängt weniger vom Kurs ab als von dir selbst: davon, wie gut du allein lernst, wie viel Zeit du hast und ob dir jemand zuhört, wenn du sprichst.

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